Gleitmittel und Toys – Wissen, worauf es ankommt


Gleitmittel können die Verwendung von Anal-Plugs und Dildos deutlich angenehmer gestalten. Gleichzeitig herrscht häufig Unsicherheit darüber, welche Arten von Gleitmitteln es gibt, worin sie sich unterscheiden und welches Gleitmittel für die jeweilige Situation am besten geeignet ist. In diesem Ratgeber erfährst Du, welche Eigenschaften wasser-, silikon- und fettbasierte Gleitmittel besitzen, worauf Du bei der Verwendung mit Silikon-Toys achten solltest und wie Du das passende Gleitmittel für Deine persönlichen Bedürfnisse auswählst. 

Warum Gleitmittel wichtig sind

Gleitmittel verringern die Reibung zwischen Toy und Körper und können das Einführen deutlich erleichtern. Dadurch tragen sie zu einer angenehmeren und schonenderen Anwendung bei.
Vaginale und anale Anwendung unterscheiden sich
Bei der vaginalen Anwendung ist ein Gleitmittel nicht immer erforderlich. Ob und wie viel zusätzliches Gleitmittel sinnvoll ist, hängt von der individuellen Feuchtigkeitsbildung, der Art der Anwendung und den persönlichen Vorlieben ab. Bei analen Spielen gehört ein geeignetes Gleitmittel dagegen grundsätzlich dazu. Da der Analbereich keine natürliche Gleitflüssigkeit bildet, trägt ein ausreichender Gleitfilm wesentlich dazu bei, die Reibung zu verringern, Verletzungen zu verhindern und die Anwendung angenehmer zu gestalten.
Nicht jede Anwendung stellt dieselben Anforderungen
Wie viel Gleitmittel sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Anatomie, der Größe und Form des Toys sowie der jeweiligen Spielart ab. Eine allgemeingültige Menge gibt es deshalb nicht. Gerade bei größeren Toys oder längeren Anwendungen ist es sinnvoll, mehr Gleitmittel zu verwenden - lieber zu viel als zu wenig!
Nicht jedes Gleitmittel passt zu jedem Toy
Wasser-, silikon- und fettbasierte Gleitmittel unterscheiden sich in ihren Eigenschaften und sind nicht für jede Materialkombination gleichermaßen geeignet. Worauf Du insbesondere bei Silikon-Toys achten solltest und welche Unterschiede die einzelnen Gleitmittelarten aufweisen, erfährst Du in den folgenden Abschnitten. 

Welche Arten von Gleitmitteln gibt es?

Wasser-, silikon- und fettbasierte Gleitmittel unterscheiden sich in ihren Eigenschaften und den jeweiligen Einsatzmöglichkeiten. In den folgenden Abschnitten erfährst Du, welche Vor- und Nachteile die einzelnen Gleitmittelarten bieten und worauf Du bei der Auswahl besonders achten solltest. 

Wasserbasierte Gleitmittel 

Wasserbasierte Gleitmittel sind für viele Anwendungen eine gute Wahl. Sie lassen sich leicht verteilen, einfach mit Wasser entfernen und hinterlassen in der Regel keine hartnäckigen Rückstände auf Haut oder Toy. Für hochwertige Silikon-Toys aus Platin-Silikon werden sie meist empfohlen, da sie eine gute Gleitwirkung mit einer hohen Materialverträglichkeit verbinden.
Da der Wasseranteil mit der Zeit verdunsten kann, lässt die Gleitwirkung bei längeren Anwendungen gelegentlich nach. In diesem Fall genügt es meist, etwas Gleitmittel nachzutragen.

Silikonbasierte Gleitmittel

Silikonbasierte Gleitmittel zeichnen sich durch eine besonders langanhaltende Gleitwirkung aus. Da sie deutlich langsamer austrocknen als wasserbasierte Produkte, eignen sie sich insbesondere für längere Anwendungen.
Bei Silikon-Toys ist jedoch Vorsicht geboten. Je nach verwendetem Silikon und der Zusammensetzung des Gleitmittels können sie die Materialeigenschaften eines Silikon-Toys beeinträchtigen. Deshalb sollten sie nur verwendet werden, wenn der Hersteller des Toys ihre Verwendung ausdrücklich empfiehlt oder freigibt!
Vor der Anwendung lohnt sich deshalb immer ein Blick auf die Herstellerhinweise des Toys und des Gleitmittels.

Fettbasierte Gleitmittel

Fettbasierte Gleitmittel zeichnen sich ebenfalls durch eine langanhaltende Gleitwirkung aus und werden häufig verwendet, wenn möglichst selten nachdosiert werden soll.
Für die vaginale Anwendung sind sie jedoch nur eingeschränkt geeignet, da sie das natürliche Scheidenmilieu beeinflussen können. Außerdem sind viele fettbasierte Produkte nicht mit Latexkondomen kompatibel, weil sie deren Material angreifen und dadurch die Schutzwirkung beeinträchtigen können.
Auch bei fettbasierten Gleitmitteln sollte vor der Anwendung geprüft werden, ob sie für das verwendete Toy geeignet sind. Maßgeblich sind dabei immer die Hinweise des Herstellers.

Welches Gleitmittel passt zu welcher Anwendung?

Welches Gleitmittel am besten geeignet ist, hängt von der Spielart, dem verwendeten Toy und den persönlichen Vorlieben ab. Eine allgemeingültige Empfehlung gibt es deshalb nicht.
Für die vaginale Anwendung
Für die vaginale Anwendung sind wasserbasierte Gleitmittel in vielen Fällen eine gute Wahl. Sie sind in der Regel gut verträglich, leicht zu entfernen und eignen sich auch für die Verwendung mit hochwertigen Silikon-Toys. Fettbasierte Gleitmittel sind dagegen eher nicht zu empfehlen, da sie das natürliche Scheidenmilieu beeinflussen können.
Für die anale Anwendung
Bei der analen Anwendung gehört ein geeignetes Gleitmittel grundsätzlich dazu. Wasserbasierte Gleitmittel sind für viele Anwendungen eine gute Wahl. Wer eine besonders langanhaltende Gleitwirkung wünscht, kann auch ein fettbasiertes Gleitmittel verwenden. Silikonbasierte Gleitmittel kommen ebenfalls infrage. Ob sie für ein Silikon-Toy geeignet sind, ergibt sich aus den Herstellerhinweisen.
Besonderheiten bei Silikon-Toys
Wasser- und fettbasierte Gleitmittel können grundsätzlich mit hochwertigen Silikon-Toys aus Platin-Silikon verwendet werden. Bei silikonbasierten Gleitmitteln solltest Du dagegen immer die Herstellerhinweise beachten. Je nach verwendetem Silikon und der Zusammensetzung des Gleitmittels kann die Verwendung eingeschränkt sein. Maßgeblich sind deshalb immer die Angaben des Herstellers.

Häufige Fehler vermeiden

Die Wahl des passenden Gleitmittels ist unkomplizierter, als viele Menschen zunächst vermuten. Trotzdem schleichen sich gerade am Anfang immer wieder kleine Fehler ein, die sich leicht vermeiden lassen.
Zu wenig Gleitmittel verwenden
Aus Sparsamkeit oder Unsicherheit wird häufig zu wenig Gleitmittel verwendet. Dadurch erhöht sich die Reibung, was die Anwendung unangenehm machen kann. Gerade bei der analen Anwendung sollte deshalb von Anfang an ausreichend Gleitmittel verwendet und bei Bedarf nachdosiert werden.
Das falsche Gleitmittel wählen
Nicht jedes Gleitmittel eignet sich für jede Anwendung oder jedes Toy. Für die vaginale Anwendung sind fettbasierte Gleitmittel nur eingeschränkt geeignet. Bei Silikon-Toys sollten silikonbasierte Gleitmittel nur verwendet werden, wenn der Hersteller ihre Verwendung ausdrücklich empfiehlt oder freigibt.

Fazit

Das passende Gleitmittel trägt wesentlich zu einer angenehmen und schonenden Anwendung von Anal-Plugs und Dildos bei. Welche Variante am besten geeignet ist, hängt von der Art der Anwendung, dem verwendeten Toy und Deinen persönlichen Vorlieben ab.
Für hochwertige Silikon-Toys sind wasserbasierte Gleitmittel in den meisten Fällen die unkomplizierteste und sicherste Wahl. Wer silikon- oder fettbasierte Gleitmittel verwenden möchte, sollte stets die Herstellerhinweise beachten und auf die Materialverträglichkeit achten.